Eine Ausstellung über Wohnungslosigkeit
BeispieltafelnFlyer der Ausstellung Innenseite - Außenseite zum Ausdrucken
Hintergrund
Im Jahre 2008 waren schätzungsweise 223 000 Menschen in Deutschland von Wohnungslosigkeit betroffen. Etwa 20 000 lebten ohne jede Unterkunft auf der Straße. Das Recht auf eine Wohnung ist ein Grundrecht, festgelegt in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Darum ist jeder wohnungslose Mensch ein Skandal in einem der reichsten Länder der Erde.
Die Ausstellung „Ausweg Straße!?“ macht auf die Situation wohnungsloser Menschen aufmerksam, versucht eine breitere Öffentlichkeit für ihre Nöte und Ängste zu sensibiliseren und damit Verständnis, im Idealfall sogar Engagement, zu wecken.
Ausstellungen und Informationsmaterialien zu diesem Thema sind in Deutschland nicht häufig. In der Öffentlichkeit werden meist nur Straßenzeitungen wahrgenommen, die von Betroffenen selbst verkauft werden.
„Ausweg Straße!?“ versucht Menschen in Schulen, Gemeinden, Gemeinschaftszentren und anderen öffentlichen Einrichtungen zu erreichen. In der Komplexität ihres Konzeptes ist diese Ausstellung einzigartig.
Aufbau
Sie besteht derzeit aus 17 Tafeln im Format DIN A 1 und beginnt mit der Darstellung des Rechtes auf Wohnung gemäß der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Zwei Tafeln verdeutlichen den hohen Stellenwert einer Wohnung im alltäglichen Leben. In scharfem Kontrast dazu steht die Tafel, auf der verschiedene „Platten“, die „Unterkünfte“ der wohnungslosen Menschen, dargestellt sind. Im Zentrum der Ausstellung stehen vier Einzelschicksale: Eine Frau und drei Männer, die auf der Straße leben bzw. gelebt haben, berichten, warum sie auf der Straße gelandet sind, was sie erfahren haben. Sie erzählen über ihre Gefühle, über die Nöte und Ängste. Eine weitere Tafel dokumentiert den Tagesablauf eines von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen. Auf zwei Tafeln wird über die individuellen und gesellschaftlichen Bedingungen der Entstehung von Wohnungslosigkeit reflektiert, verschiedene Begriffsdefinitionen erläutert und einiges Zahlenmaterial geliefert. Weitere Aspekte wie Tagesaufenthalte, Straßenzeitungen, Versorgungen bei Krankheit sowie Seelsorge für wohnungslose Menschen erläutern die folgenden Tafeln. Die Ausstellung benutzt durchweg Schwarz-Weiß-Fotos, da diese im visuellen Überangebot der „bunten Bilder“ des medialen Umfelds die jeweilige Aussage stärker positionieren.
Die Ausstellung ist zum Ausleihen gedacht. Hier können Sie einige Beispieltafeln anschauen.
Vorläufer
Der Vorläufer der Ausstellung „Ausweg Straße!?“, acht großformatige Tafeln, die an den vier Ecken eines ehemaligen Bauwagens angebracht sind mit dem Titel „Mehr als ein Dach über dem Kopf“, ist weiterhin verfügbar. Der Bauwagen in leuchtendem Gelb ist ein Blickfang. Zum Transport ist eine Zugmaschine notwendig, die Einsatzmöglichkeit ist darum reduziert.
Die Ausstellungsmacher
Im Rahmen ihrer ehrenamtlichen oder beruflichen Tätigkeit bei ABSEITS!?, der Ersten Osnabrücker Straßenzeitung, entstand die Idee zu dieser Ausstellung. Sie wurde von Beate Nakamura und Thomas Osterfeld in Zusammenarbeit mit Maria Anna Leenen und Thomas Kater in Trägerschaft der Soziale Dienste SKM gGmbH realisiert.
Es waren beteiligt:
Thomas Osterfeld (*1958), Dipl. Physiker, arbeitet als freier Pressefotograf und Layouter. Für die Ausstellung entwickelte er das Konzept, fertigte die Fotos an und gestaltete das Layout.
Beate Nakamura (*1965), Historikerin MA, arbeitet als Werbetexterin und Journalistin. Lieferte hier die meisten Texte.
Maria Anna Leenen (*1956), freie Autorin und Publizistin schrieb über die Themen Seelsorge für wohnungslose Menschen und die Arbeit der Caritas Straßen-Ambulanz St. Elisabeth in Frankfurt.
Thomas Kater (*1967), Dipl. Pädagoge, Leiter der Tageswohnung Osnabrück, sorgte für die Hintergrundinformationen.